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Sozial.Geschichte Jahrgang 2006

Zeitschrift für historische Analyse des 20. und 21. Jahrhunderts

Sozial.Geschichte Heft 3/2007
Sozial.Geschichte Heft 2/2007
Sozial.Geschichte Heft 1/2007

Sozial.Geschichte Heft 3/2006
Sozial.Geschichte Heft 2/2006
Sozial.Geschichte Heft 1/2006



2007


Sozial.Geschichte Heft 3/2007

Zeitschrift für historische Analyse des 20. und 21. Jahrhunderts
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Heft 3/2007
Summaries Heft 3/2007
Editorial Heft 3/2007

Sozial.Geschichte Heft 2/2007

Zeitschrift für historische Analyse des 20. und 21. Jahrhunderts
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Sozial.Geschichte Heft 1/2007

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2006


aktuelles Heft
Heft 3/2006: Bestellen

Sozial.Geschichte Heft 3/2006

Zeitschrift für historische Analyse des 20. und 21. Jahrhunderts

Forschung

  • Marian Füssel
    Die Kunst der Schwachen. Zum Begriff der 'Aneignung' in der Geschichtswissenschaft [Summary]
  • Samuel Salzborn
    Hermann Raschhofer und die Ausprägung des "modernen" Nationalitätenrechts [Summary]
  • Carl Alexander Krethlow
    Colmar Freiherr von der Goltz und der Genozid an den Armeniern 1915-1916 [Summary]

Zeitgeschehen

  • Georg Fülberth
    Zu Wolfgang Abendroths angeblichen DDR-Kontakten [Summary]

Rezensionen

  • Gérard Prunier,    Darfur. The Ambiguous Genocide, besprochen von Gerd Hankel
  • Ahlrich Meyer,    Täter im Verhör. Die "Endlösung der Judenfrage" in Frankreich 1940-1944, besprochen von Anne Klein
  • Loretta Walz,    "Und dann kommst du dahin an einem schönen Sommertag". Die Frauen von Ravensbrück, besprochen von Kathrin Mess
  • Florent Brayard,    La "solution finale de la question juive". La technique, le temps et les catégories de la décision, besprochen von Karl Heinz Roth
  • Eduard Mühle,    Für Volk und deutschen Osten. Der Historiker Hermann Aubin und die deutsche Ostforschung, besprochen von Hans-Erich Volkmann
  • Heide Gerstenberger / Ulrich Welke,    Arbeit auf See. Zur Ökonomie und Ethnologie der Globalisierung, besprochen von Hartmut Rübner
  • Dietrich Eichholtz,    Deutsche Politik und rumänisches Erdöl (1938-1941). Eine Studie über Erdölimperialismus, besprochen von Werner Bramke
  • Georg Fülberth,    G Strich - Kleine Geschichte des Kapitalismus, besprochen von Kai Eicker-Wolf

Annotationen

    Philippe Despoix / Peter Schöttler (Hg.), Siegfried Kracauer pensenur de l´ histoire (K.H.R.);   Ralf Ptak, Vom Ordoliberalismus zur Sozialen Marktwirtschaft. Stationen des Neoliberalismus in Deutschland (K.H.R.);   Paul W. Rhode / Gianni Toniolo (eds.), The Global Economy in the 1990s. A Long Run Perspective (K.H.R.);   Francesca Vianello (Hg.), Ai margini della città. Forme del controllo e risorse sociali nel nuovo ghetto (K.H.R.)

sozial.geschichte extra

Bucheingänge


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Summaries

    Marian Füssel
    Die Kunst der Schwachen. Zum Begriff der Aneignung in der Geschichtswissenschaft
    Der Begriff der Aneignung stellt einen Schlüsselbegriff der Sozial- und Kulturgeschichte dar. Ausgehend von der Rekonstruktion seiner unterschiedlichen Entstehungskontexte wird nach theoretischen Erweiterungspotentialen der Sozialgeschichte gefragt. Dabei lassen sich kollektive Aneignungsprozesse und Transferleistungen von Formen individueller subversiver Aneignung unterscheiden. Ausgehend von den Arbeiten Michel de Certeaus und Alf Lüdtkes werden die heuristischen Möglichkeiten des Aneignungsbegriffs im Sinne als eines produktiven Handelns innerhalb von Machtverhältnissen diskutiert. Aneignung bildet eine der grundlegenden Figuren im Denken de Certeaus, die in der Kunst des Handelns (1980) in die analytische Unterscheidung zwischen Strategien und Taktiken mündet. Einer der wesentlichen Unterschiede besteht in der unterschiedlichen Verfügung über den Raum. Die Strategie kontrolliert den Raum, der Taktiker kann sich immer nur situativ in vorgegebenen Verhältnissen einrichten. Mit Hilfe dieser Unterscheidung kann die teilweise amorphe Rede von der Aneignung theoretisch präzisiert und für aktuelle historiographische Fragen fruchtbar gemacht werden.

    Appropriation is a key term in modern social and cultural history. Parting from a reconstruction of its historical genealogy and use in historical research my paper seeks theoretical potentials of social history. This means to differentiate between ways of collective cultural appropriation and more individual forms of subversive appropriation. Discussing the works of Michel de Certeau and Alf Lüdtke, the paper assesses the heuristic capacities of appropriation as productive agency inside power relations. Appropriation is central to the work of de Certeau I shall argue. In his work The Practice of Everyday Life (1980) he makes a decisive analytical distinction between strategies and tactics, which allows us a more precise use of the term appropriation. While strategies are controlling space, tactics only make temporal use of pre-existing and pre-defined spaces.
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    Samuel Salzborn
    Hermann Raschhofer und die Ausprägung des "modernen" Nationalitätenrechts
    Hermann Raschhofer war einer der zentralen Protagonisten eines völkerrechtlichen Nationalitäten- und Volksgruppenkonzepts, das seit der Weimarer Republik als völkisches Gegenkonzept zur liberalen Minderheitenpolitik entwickelt wurde. Er verknüpfte in seiner Tätigkeit theoretische und praktische Dimensionen völkischen Engagements, d.h. er verfolgte sein Ziel der ethnischen Segmentierung Europas sowohl wissenschaftlich, wie politisch. Während des Nationalsozialismus war Prof. Dr. Dr. Raschhofer - als enger Vertrauter von Konrad Henlein und Karl Hermann Frank - insbesondere auf dem Gebiet der Tschechoslowakei an volkstumspolitischen, auch geheimdienstlichen Maßnahmen beteiligt und gehörte unter der Führung von Theodor Oberländer dem berüchtigten Sonderverband Bergmann an. Raschhofers Schriften bildeten nach 1945 die Grundlage für die Herausbildung einer völkischen Völkerrechtsschule im Umfeld seiner Professur an der Universität Würzburg. Seine vormalige Nähe zu völkischen Verbänden wie der Sudetendeutschen Partei (SdP) wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs ersetzt durch ein operationelles Nahverhältnis zu den Vertriebenenverbänden, insbesondere der Sudetendeutschen Landsmannschaft (SL) und dem Dachverband Bund der Vertriebenen (BdV).

    Hermann Raschhofer was one of the central proponents of a concept of nationalities and ethnic groups under international law, which had been developed as a national counter-concept to the liberal policies of the minority since the Weimar Republic. It combined theoretical and practical approaches towards a national commitment, i.e. he pursued the goal of ethnic segmentation of Europe scientifically as well as politically. During the Nazi era, Prof. Dr. Dr. Raschhofer participated, as a close confidante of Konrad Henlein and Karl Hermann Frank, in political (as related to national traditional) and also secret service activities, particularly as they concerned Czechoslovakia. He was also a member of the infamous Sonderverband Bergmann battalion under the leadership of Theodor Oberländer. Raschhofer's writings formed the basis for the creation of a school of international law associated with his professorship at the University of Würzburg after 1945. His earlier associations with national organisations, including the Sudetendeutsche Partei (Sudeten German Party), were substituted with an operative and close relationship to various Vertriebenenverbände (associations of exiles), particularly the Sudetendeutsche Landsmannschaft and the umbrella association of the Bund der Vertriebenen.
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    Carl Alexander Krethlow
    Colmar Freiherr von der Goltz und der Genozid an den Armeniern 1915-1916
    Generalfeldmarschall Colmar Freiherr von der Goltz Pascha war in Armeniergenozid von 1915/16 verstrickt. Da er die Armenier als eine Bedrohung im Rücken der eigenen Truppen begriff, billigte Goltz den Deportationsbefehl vom Frühjahr 1915. Zudem begrüßte er die Niederschlagung des armenischen Aufstandes in Van vom Mai 1915. Im November 1915 setzte er sich dann selbst zuerst für die Bekämpfung von Armenierunruhen im Raum Midyat ein, widerrief einen diesbezüglichen Befehl jedoch später. Ende November, auf seiner Reise nach Bagdad, wurde er Augenzeuge der Zwangsevakuierung. Goltz zeigte sich zwar betroffen, änderte seine Haltung gegenüber den Deportationsmaßnahmen aber nicht. Im Kommandobereich seiner 6. Armee setzte er sich im Januar 1916 erfolgreich dafür ein, dass die bereits nach Mossul deportierten Armenier nicht weitergeschafft wurden. Dies blieb eine einmalige Aktion, die zudem machtpolitisch motiviert war. Goltz suchte nämlich in seinem Kommandobereich auch die zivile Gewalt zu erlangen. Dies misslang. Von da an hielt er sich strikt an die Vorschriften von Kriegsminister Enver Pascha, sich nicht in die inneren Angelegenheiten des Osmanischen Reiches zu mischen. Gegenüber der deutschen Führung vertuschte Goltz die Vernichtung der Armenier. So trug Goltz dazu bei, dass die osmanische Regierung in ihrem Tun weitestgehend ungehindert fortschreiten konnte.

    The German field marshal Colmar von der Goltz Pasha was directly involved in the Armenian genocide in 1915/16. Perceiving the Armenians to be a threat to the Osman troops, he approved the governmental deportation order in the spring of 1915 and welcomed the suppression of the Armenian rebellion in the city of Van during May of the same year. In November 1915, Goltz initially gave orders to fight an Armenian unrest in the Midyat region, but later withdrew his orders. Later that month, while traveling to Baghdad, Goltz witnessed the forced evacuation of Armenians from Anatolia to Mesopotamia. He was moved by the sight, but did not change his conviction. As commanding general of the 6th army (Mesopotamia), Goltz prevented the local Turkish authorities from deporting Armenians in Mosul in January 1916. This remained a singular action driven by utmost political motivation. Thus, Goltz tried to expand his power from the military field into the civilian sphere. Once failed, he strictly followed the orders of Enver Pasha, the Osman war minister, not to interfere in internal Turkish affairs. Goltz covered up the genocide of the Armenian population to the German high command, thus contributing to its unopposed continuation.
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    Georg Fülberth
    Zu Wolfgang Abendroths angeblichen DDR-Kontakten
    1998 und 2000 berichtete Wolfgang Kraushaar über einen Archivfund, der angeblich eine Zusammenarbeit Wolfgand Abendroths mit der Westabteilung der SED belege. Jochen Staadt behauptete 1998 eine enge Kooperation seit dem Herbst 1967. Anne Chr. Nagel stellte 2005, gestützt lediglich auf das Material von Kraushaar, sogar die These einer Kollaboration mit dem Ministerium für Staatssicherheit auf. Fülbert kommt bei Überprüfung sämtlicher zugänglicher Dokumente aus dem Bundesarchiv zu folgendem Ergebnis: Abendroth plante 1967 die Gründung einer sozialistischen Partei in der Bundesrepublik. Die Haltung der in die DDR emigrierten Führung der KPD schien ein mögliches Hindernis, weshalb Abendroth eine Reise nach Ost-Berlin plante, um diese Schwierigkeit auszuräumen. Sie kam nicht zustande. Abendroth hatte in den Folgejahren keinerlei Kontakt mit dem Ostbüro der SED. Anlässlich eines Arztbesuchs in Berlin/DDR kam es erst 1973 zu einem völlig unverbindlichen Gespräch mit Albert Norden, dem Leiter des Ostbüros. Für die Behauptung einer Verbindung Abendroths mit dem Ministerium für Staatssicherheit gibt es keinerlei Anhaltspunkte.

    In 1998 and 2000, Wolfgang Kraushaar presented a document suggesting cooperation between Wolfgang Abendroth and the Westabteilung of the SED (Department for Western Affairs of the Socialist Unity Party of Germany). In 1998, Jochen Staadt maintained that these alleged contacts were very close and ongoing since the autumn of 1967. In 2005, Anne Chr. Nagel, basing her assertions merely on Kraushaar's work, proposed that Abendroth was a collaborator of the security and intelligence service of the German Democratic Republic (Stasi). In the Federal Archives (Bundesarchiv), Fülbert studied the documents concerning Wolfgang Abendroth: when Abendroth planned the founding of a new socialist party in West Germany in 1967, he had considered discussing problems resulting from the unfriendly position of some communist leaders concerning his plans with the leaders of the illegal KPD and SED parties. But he never accepted an invitation to visit the German Democratic Republic. A visit to a doctor's office finally offered the opportunity for a noncommittal conversation with Albert Norden, the head of the Department of Western Affairs in East Berlin in 1973. The assertion that Abendroth was collaborating with the Stasi is baseless.
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Heft 2/2006: Bestellen

Sozial.Geschichte Heft 2/2006

Zeitschrift für historische Analyse des 20. und 21. Jahrhunderts

Forschung

  • Sebastian Ullrich
    Ernst H. Kantorowicz und Emil Ludwig: Zwei Kritiker der Weimarer Geschichtswissenschaft und die "Krisis des Historismus" [Summary]
  • Lothar Peter
    Neue soziale Bewegungen, soziale Frage und Krise der Arbeit. Sozialkritik in der französischen Soziologie heute Teil II [Summary]

Miszelle

  • Jörg Wollenberg
    Ada und Theodor Lessing: Rückkehr unerwünscht [Summary]

Diskussionsforum Globalgeschichte (1)

  • Andrea Komlosy
    Historischer Kapitalismus oder endlose Kapitalakkumulation im Weltmaßstab? Plädoyer für die Auseinandersetzung mit Andre Gunder Franks "Re-Orientierung im Weltsystem" [Summary]

Buchbesprechungen

  • Afrika als Projektion. Zwei Bücher über Deutschlands imperiales Selbstbild, besprochen von Christian Geulen
  • Yad Vashem Studies, Band 32 (2004) und Yad Vashem Studies, Band 33 (2005), besprochen von Andreas Mix
  • Maria Fritsche, Entziehungen. Österreichische Deserteure und Selbstverstümmler in der Deutschen Wehrmacht, besprochen von Albrecht Kirschner
  • Klaus Tenfelde/ Hans Christoph Seidel (Hg.), Zwangsarbeit im Bergwerk. Der Arbeitseinsatz im Kohlenbergbau des Deutschen Reiches und der besetzten Gebiete im Ersten und Zweiten Weltkrieg, besprochen von Kim Priemel
  • Matthias Steinbach, Universitätserfahrung Ost. DDR-Hochschullehrer im Gespräch, besprochen von Mario Kessler
  • Friedrich-Ebert-Stiftung/ Institut für Sozialgeschichte Braunschweig-Bonn (Hg.), Die Siebzigerjahre. Gesellschaftliche Entwicklungen in Deutschland, besprochen von Dominik Rigoll

Annotationen

    Stephanie Coontz, Marriage a History. How Love Conquered Marriage (MvdL);   Wolfgang Benz/ Barbara Diestel (Hg.), Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Band 1 und 2 (M.B.);   Elisabeth Herrmann-Otto (Hg.), Unfreie Arbeits- und Lebensverhältnisse von der Antike bis zur Gegenwart (MvdL);   Gaby Weber, Daimler Benz und die Argentinien-Connection. Von Rattenlinien und Nazigeldern (K.H.R.);   Kavita Philip/ Eliza Jane Reilly/ David Serlin (Hg.), Homeland Securities. Sonderheft der Radical History Review (O.S.);   Jürgen Nordmann, Der lange Marsch zum Neoliberalismus. Vom Roten Wien zum freien Markt - Popper und Hayek im Diskurs (K.H.R.);   Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung 2004 (K.H.R.);   Steve Wright, Den Himmel stürmen. Eine Theoriegeschichte des Operaismus (K.H.R.)

Kongress

    World and Global History: First European Congress (Leipzig 22.-24. September 2005), besprochen von Marc Buggeln

sozial.geschichte extra

Bucheingänge


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Summaries

    Sebastian Ullrich
    Ernst H. Kantorowicz und Emil Ludwig: Zwei Kritiker der Weimarer Geschichtswissenschaft und die "Krisis des Historismus"
    In der deutschen Geschichtswissenschaft machte sich nach 1918 ein starkes Krisengefühl bemerkbar. Der Zusammenbruch des Kaiserreiches trug zu dieser Verunsicherung ebenso bei wie die Infragestellung des wissenschaftlichen Objektivitätsideals und die "Krisis des Historismus", des ehemaligen Leitparadigmas der Geisteswissenschaften. Gleichzeitig hatte der Erste Weltkrieg zu einem großen Hunger nach Sinnstiftung und historischer Orientierung geführt - ein Bedürfnis, das die professionellen Historiker nicht erfüllen konnten. Sie drohten daher ihre Deutungshoheit über das nationale Geschichtsbild zu verlieren. Das Krisengefühl der Historiker und ihre Angst vor Bedeutungsverlust machten sich insbesondere an zwei jüdischen Autoren erfolgreicher historischer Biographien fest: Emil Ludwig und Ernst Kantorowicz. Es war daher kein Zufall, dass beide Ende der 20er Jahre von der "Historischen Zeitschrift" attackiert wurden, als die "Zunft" zur Gegenoffensive überging. Der Aufsatz beleuchtet die biographischen, ideologischen und politischen Hintergründe dieser beiden Herausforderer der Weimarer Geschichtswissenschaft, schildert ihre methodisch-theoretischen Gegenkonzeptionen zum Historismus und arbeitet die geschichtspolitischen Absichten ihrer Biographien heraus.

    After 1918, German historians perceived the state of their profession as critical. The breakdown of the Wilhelmine Empire had shaken their political confidence, their ideal of objectivity in historiography was publicly challenged and the so called "crisis of historicism" questioned the foundations of their scientific approach. At the same time, the First World War resulted in a hunger for historical orientation and "meaning" in general - a need which Weimar's professional historians couldn't match. Therefore, they feared to loose their impact on the historical imagination of the German nation. Due to their enormous public success, this sentiment of crisis was linked with two Jewish authors of historical biographies: Emil Ludwig and Ernst Kantorowicz. Thus, when the German historical profession launched its counter-offensive in the late 20ies, they were picked as the first ones to be attacked. The essay examines the biographical, ideological and political backgrounds of Ludwig and Kantorowicz and analyzes their theoretical challenges to the historicist paradigm and their politics of history.
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    Lothar Peter
    Neue soziale Bewegungen, soziale Frage und Krise der Arbeit: Sozialkritik in der heutigen französischen Soziologie (Teil II)
    Im Mittelpunkt des zweiten Teils dieses Aufsatzes stehen die Themen Krise der Arbeit, soziale Erosion und der Niedergang der traditionellen Arbeiterkultur und wie sie zusammen hängen. Es wird sichtbar gemacht, dass die postfordistische Modernisierung der Arbeit in mehrfacher Hinsicht zerstörerische Auswirkungen hat : Sie untergräbt die kollektive Arbeitserfahrung der Industriearbeiter, schwächt die bisherige Klassenbasis der Arbeiterbewegung und löst soziale Bindungen außerhalb der Arbeit auf. Der soziale, moralische und kulturelle Verfall in den Vorstadtghettos und die Revolten meist ausländischer Jugendlicher sind deshalb auch als Reaktion auf die Krise der Arbeit und der Arbeiterbewegung zu interpretieren. Das Konzept eines "neuen Geistes des Kapitalismus" versucht Antworten auf die Frage zu geben, wie Sozialkritik unter den Bedingungen vernetzter und projektförmiger Arbeitsprozesse begründet werden kann. Die im Artikel referierten und kommentierten Beiträge zu einer sozialkritischen Soziologie in Frankreich heute spiegeln noch immer sowohl den großen Einfluss von Emile Durkheim und der Durkheim-Schule als auch der marxistischen und sozialistischen Denktradition wider.

    The central themes of this second part of the article are the labour crisis, social erosion and the decline of the traditional working class culture, and their relation to each other. The author demonstrates that the post-Fordist modernisation of labour has multifaceted, destructive consequences: it undermines the collective work experience of the industrial workers, weakens the present class basis of the labour movement and dissolves social connections beyond labour. Therefore, the social, moral and cultural decline in the suburban ghettos and the revolts of mostly foreign youngsters are to be interpreted also as a reaction to the labour crisis and the labour movement. The concept of a "new mind of capitalism" attempts to answer the question how social criticism can be justified under the conditions of networked and project-shaped processes of work. A review of the current sociocritical sociology literature in France suggests a continuous influence of Emile Durkheim and the Durkheim school as well as of Marxist and socialist thought.
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    Jörg Wollenberg
    Ada und Theodor Lessing: Heimkehr unerwünscht
    Mitte März 1933 wurde Ada Lessing (1883-1953) gezwungen, die Leitung der Volkshochschule (VHS) Hannover aufzugeben und auf das Reichstagsmandat für die SPD als Nachrückerin zu verzichten. Fast zum gleichen Zeitpunkt kam der preußische Minister für Wissenschaft und Kunst der Bitte des Rektors der TH Hannover nach, Theodor Lessing (1872-1933) die venia legendi endgültig zu entziehen. Beide emigrierten in die Tschechoslowakei, wo sie ein Landerziehungsheim für jüdische Emigrantenkinder eröffnen wollten. Am 30.08. 1933 wurde Theodor Lessing das erste prominente Opfer eines von der Nazi-Führung beauftragten Mordanschlags im Ausland. Ada Lessing überlebte und wartete nach 1945 in Großbritannien vergeblich auf einen Rückruf aus der Heimatstadt, obwohl prominente Vertreter des englischen Exils sich für sie einsetzten. Auch der eng mit der Familie Lessing verbundene niedersächsische Kultusminister Adolf Grimme und der einstige Lessing-Schüler Otto Brenner von der IG Metall konnten nichts für sie bewirken. Während sich der national gesinnte Sozialdemokrat Heiner Lotze eher für ehemalige Nazis verwandte als für Remigranten. Denn nicht nur in der roten Hochburg Hannover, die Noske zum Oberpräsidenten gemacht und die Hindenburg zum Ehrenbürger gewählt hatte, dominierte bereits früh die "Ordnungsidee der Volksgemeinschaft" mit ihren Verbindungen in die Arbeiterbewegung hinein. Und bis heute haben die vielfältigen Spielarten des "nationalen Sozialismus" mit seinem Plädoyer für "nationale Standortinteressen" und die Enttabuisierung des Militärischen hier eine wirksame und weit reichende Tradition in der SPD und den Gewerkschaften. Sie dürfen nicht mit dem Nationalsozialismus gleichgesetzt werden, sind aber wirkungsgeschichtlich von ihm nicht zu trennen.

    In mid-March 1933, Ada Lessing (1883-1953) was forced to resign her position as managing director of the Volkshochschule Hannover as well as her mandate to the Reichstag. About the same time, the Prussian Minister for Science, Art and Education followed a request by the president of the Technical University in Hannover to strip Theodor Lessing (1872-1933) of his venia legendi (permission to teach). Both emigrated to Czechoslovakia where they intended to open a Landerziehungsheim (boarding school) for Jewish emigrant children. On August 30, 1933, Theodor Lessing became the first prominent victim of an assassination commissioned by the Nazis in a foreign country. Ada Lessing survived. After 1945, while in Great Britain, she waited in vain for an invitation to return to her home town-despite support from prominent representatives of the English exile. Adolf Grimme, Minister of Education for Lower Saxony and closely related to the Lessings, and Otto Brenner of IG Metall and a former student of Theodor Lessing's, were also unable to help her. All the while, Heiner Lotze, a nationally-oriented social democrat, rather lent his support to former Nazis than re-emigrants. The "concept of Volksgemeinschaft" and its connections to the labour movement dominated early on not only in the red stronghold of Hannover, which had elected Noske its president and Hindenburg an honorary citizen. Even today, the multifaceted rules of "national socialism", calling for "national interests" and the removal of military taboos, have an effective and far-reaching tradition within the SPD and the unions. They must not, however, be equated with National Socialism, but they were directed by it
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    Andrea Komlosy
    Historischer Kapitalismus oder endlose Kapitalakkumulation im Weltmaßstab? Plädoyer für die Auseinandersetzung mit Andre Gunder Franks "Re-Orientierung im Weltsystem"
    Andrea Komlosy setzt sich mit Andre Gunder Franks viel und sehr kontrovers diskutiertem Buch "ReOrient. Global Economy in the Asian Age (1998) auseinander, das sie als Herausforderung für viele zur Selbstverständlichkeit gewordene Erklärungen für Entstehung und Entwicklungsperspektiven des globalen Kapitalismus begreift. Frank unterscheidet sich von anderen Weltsystemtheoretikern dadurch, dass er die Weltwirtschaft am Beginn der europäischen Expansionen bereits als ein weltumspannendes System ansieht, dessen Dynamik allerdings nicht von (West-)Europa, sondern von den in Asien befindlichen kommerziellen Zentren und Exportgewerberegionen ausging. Die Ablösung der asiatischen Hegemonie durch die (nordwest-)europäischen Industriestaaten fand erst im 18., im Fall von China im 19. Jahrhundert statt und leitete eine eurozentristische Interpretation der europäischen Vorreiterrolle in der Welt ein, die nicht zuletzt durch die aktuelle Verschiebung der Wachstumsdynamik nach Asien brüchig wird. Frank stellt eine Reihe von Annahmen, Modellen und Interpretationsmustern in Frage, die für eine kritische Analyse des Kapitalismus (als Produktionsweise, Gesellschaftsformation und Weltsystem) in der marxistischen Theoriedebatte Halt gebend waren und sind. Der Artikel greift einerseits die Rezeption und die Diskussion um das sachliche Zutreffen von Franks Ergebnissen auf und diskutiert andererseits um die möglichen Impulse, die von der Zurückweisung von Eurozentrismus und vom globalistischen Imperativ Franks ausgehen können.

    Andrea Komlosy critically examines Andre Gunder Franks' often discussed and controversial book "ReOrient: Global Economy in the Asian Age" (1998). She finds the book challenges many of the commonly accepted explanations regarding the origins and development of global capitalism. Frank distinguishes himself from other world system theorists by looking at the global economy as a worldwide system during the early stages of the European expansion. Its dynamics are not rooted in the (western) European but in the Asian commercial centres and export regions. The displacement of the Asian hegemony by the (northwestern) European industrial states did not occur until the 18th century and in the case of China not until the 19th century. The result was a eurocentrist interpretation of the European role in the world, which is now weakening due to the current shift in economic growth to Asia. Frank questions a number of assumptions, models and interpretations, which have been necessary for the critical analysis of capitalism (as a production method, societal formation and world system) within the Marxist paradigm. The essay, on the one hand, talks about the limitations of Franks' conclusions and, on the other hand, discusses the implications emanating from the rejection of eurocentrism and Franks' global imperative.
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Heft 1/2006: Bestellen

Sozial.Geschichte Heft 1/2006

Zeitschrift für historische Analyse des 20. und 21. Jahrhunderts

Editorial

Forschung

  • Lothar Peter
    Neue soziale Bewegungen, soziale Frage und Krise der Arbeit: Sozialkritik in der französischen Soziologie heute Teil I [Summary]
  • Florian Schmaltz
    Die IG Farbenindustrie und der Ausbau des Konzentrationslagers Auschwitz 1941-1942 [Summary]

Diskussionsforum Sozialgeschichte (2)

  • Dirk Hoerder
    Transkulturelle Gesellschaftsstudien - Transcultural Societal Studies [Summary]

Diskussionsforum Historische Faschismusanalyse (2)

  • Götz Aly
    Antworten auf meine Kritiker [Summary]

Rezensionen

  • Jürgen Martschukat/Olaf Stieglitz,    'Es ist ein Junge!' Einführung in die Geschichte der Männlichkeit in der Neuzeit, besprochen von Christiane Harzig
  • Jochen Oltmer (Hg.),    Kriegsgefangene im Europa des Ersten Weltkriegs, besprochen von Wolfgang U. Eckart
  • Wigbert Benz,    Paul Carell - Ribbentrops Pressechef Paul Karl Schmidt vor und nach 1945, besprochen von Heinrich Senfft
  • Rainer Karlsch,    Hitlers Bombe. Die geheime Geschichte der deutschen Kernwaffenversuche, besprochen von Rüdiger Hachtmann
  • Lil-Christine Schlegel-Voß,    Alter in der "Volksgemeinschaft". Zur Lebenslage der älteren Generation im Nationalsozialismus, besprochen von Karsten Linne

Annotationen

    Isabel V. Hull, Absolute Destruction. Military Culture and the Practices of War in Imperial Germany (D.S.);    Jörg Strübing/Bernt Schnettler (Hg.), Methodologie interpretativer Sozialforschung. Klassische Grundlagentexte (S.M.); Homeland Securities. Sonderheft der Radical History Review (O.S.); Patrick Manning, Migration in World History (D.H.);    Alessandra Venturini, Postwar Migration in Southern Europe, 1950-2000 (D.H.);    Felicitas Becker/Jigal Beez (Hg.), Der Maji-Maji-Krieg in Deutsch-Ostafrika 1905-1907 (D.S.)

sozial.geschichte.extra

Aus Zeitschrift und Stiftung

Bucheingänge


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Summaries

    Lothar Peter
    Neue soziale Bewegungen, soziale Frage und Krise der Arbeit: Sozialkritik in der französischen Soziologie heute (Teil I) Nachdem die kritische Soziologie in Frankreich seit den siebziger Jahren erheblich an Einfluss verloren hatte, finden jetzt Fragen der sozialen Spaltung, Ungleichheit und Exklusion wieder stärker Beachtung. Diese Entwicklung erhielt vor allem durch die breite Protestbewegung gegen den Abbau des Sozialstaats Mitte der neunziger Jahre Auftrieb. Charakteristisch für die gegenwärtigen kritischen Ansätze in der Soziologie ist ihre theoretische Vielfalt. Das ist insofern nicht überraschend als sich sowohl die sozialen Probleme als auch die Kategorien soziologischen Denkens inzwischen erheblich verändert haben. Man sieht das sehr deutlich, wenn man Begriffe wie Industriearbeit, soziale Klasse und Kapitalismus betrachtet. Die sozialkritischen Ansätze der französischen Gegenwartssoziologie versuchen, diesen Wandel zu berücksichtigen, ohne die Notwendigkeit von Alternativen zum neoliberalen Status quo zu negieren. Angesichts der massiven gesellschaftlichen Probleme sind die Verteidigung und Gestaltung des Sozialstaats zum Fokus der kritischen Soziologie geworden. Dabei bezieht sich die kritische Soziologie nicht nur auf die marxistische Denktradition, sondern auch auf die Soziologie von Emile Durkheim und der Durkheim-Schule, die ihre Ausstrahlungskraft bis heute bewahrt haben.

    After critical sociology lost its influence in French sociology in the late 1970s, questions of social disparity, inequality and exclusion are once again of interest. The present revival of critical sociology can be associated with the broad social movement opposing the cutbacks to the social welfare state in 1995. Typical for present social critical approaches is the variety of their theoretical foundations. This is not surprising since social problems as well as the categories of sociological thinking have changed significantly. This is obvious if one looks at concepts like industrial work, social class and capitalism. The social critical approaches in present French sociology try to take into account these changes without neglecting the necessity of developing alternatives to the neoliberal status quo. In this respect, the support and structuring of the social welfare state has become the central focus of critical sociology. The new critical sociology does not refer to traditional Marxist thinking alone but also to the thinking of Emile Durkheim and the Durkheim-School, which has preserved its intellectual vigour until today.
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    Florian Schmaltz
    Die IG Farbenindustrie und der Ausbau des Konzentrationslagers Auschwitz 1941-1942 Die Standortentscheidung der IG Farbenindustrie, in Auschwitz das größte europäische Chemiewerk zur Produktion von synthetischen Treibstoffen und Kautschuk (Buna) zu errichten, war in den vergangenen Jahren Gegenstand historischer Kontroversen. Im Mittelpunkt stand hierbei die Frage, seit wann die Konzernführung den Werksbau in Auschwitz erwog und welche Rolle der mögliche Einsatz von KZ-Häftlingen im Entscheidungsprozeß spielte. Ausgehend von der seit Anfang 1941 rasch enger werdenden Kooperation zwischen der Konzernleitung der IG Farbenindustrie und der SS untersucht der Autor, welche Zusammenhänge zwischen dem Werksbau der IG Auschwitz und der im selben Jahr einsetzenden dynamischen Entwicklung des Lagerausbaus in Auschwitz zum größten Vernichtungslager existierten. Anhand der Bauprogramme der Zentralbauleitung der Polizei und Waffen-SS Auschwitz zeigt der Autor auf, in welchem Ausmaß die expandierende Ausbauplanung des Konzentrationslagers mit der Einrichtung neuer Barackenunterkünfte für die in wachsendem Umfang von der IG Auschwitz angeforderten Häftlinge zusammenhing. Auch die Initiative, die Häftlinge dauerhaft auf dem Werksgelände der IG Auschwitz unterzubringen, ging Ende 1941 von der Werksleitung des Unternehmens aus. Trotz anfänglicher Widerstände der SS-Lagerleitung wurde das Konzentrationslager Auschwitz-Monowitz im Oktober 1942 eingerichtet und ermöglichte der IG Farbenindustrie im arbeitsteilig organisierten Gesamtlagerkomplex bis zur Räumung des Lagers im Januar 1945 die Ausbeutung Tausender von KZ-Häftlingen.

    The decision by IG Farbenindustrie to build the largest chemical plant in Europe for the production of synthetic fuels and composition rubber (Buna) was subject to historical controversy in recent years. Mainly, the issue revolved around the question of the point in time company corporate officers had considered Auschwitz for the expansion of its plants and what role the possible use of concentration camp inmates played in the decision making process. Based on the quickly growing cooperation between the officers of the IG Farbenindustrie and the SS since early 1941, the author examines the relationship between the construction of IG Auschwitz and the rapid development of the camp in Auschwitz into the largest extermination camp. Using the construction programs of the Zentralbauleitung of the police and the Waffen-SS Auschwitz, the author shows to what extent expansion plans for the concentration camp were related to its installation of new barracks for the increasing number of inmates demanded by IG Auschwitz. The initiative to permanently house the inmates on IG Auschwitz's property also came from the plant's officers in late 1941. Despite initial resistance by the SS-Lagerleitung (camp administration), the concentration camp Auschwitz-Monowitz was set up and enabled the IG Farbenindustrie's exploitation of thousands of concentration camp inmates based on a complex-wide division of labor until the evacuation of the camp in January 1945.
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    Dirk Hoerder
    Transkulturelle Gesellschaftsstudien - Transcultural Societal Studies Die Transkulturellen Gesellschaftsstudien gehen von einem umfassenden, nicht-hierarchischen Konzept der Kultur aus, das die alltägliche Praxis ebenso einschließt wie historische Strukturen, Institutionen und Kunst. Transkulturalismus beinhaltet die Möglichkeit in zwei oder mehr kulturellen Räumen zu leben und zu agieren, und in diesem Prozess gemeinsame oder sich überschneidende Räume und Lebensstile hervorzubringen. Um die Dichotomie der manchmal jargon-behafteten Cultural Studies und der manchmal statistik-zentrierten Societal Studies zu überwinden, integrieren die Transcultural Societal Studies (TSS) die Analyse von Institutionen und Strukturen, von Repräsentationen und Selbstbildern und von Praktiken. Die TSS sind sich vielfacher und möglicherweise nicht übereinstimmender Konventionen über die Bedeutung von Zeit, Ort und Raum bewusst. Sie verstehen menschliche Identifikationen (mehr als Identitäten) als Entwicklung in drei mit einander verbundenen Räumen: Des gelebten und erfahrenen Mikroraums der Familie und Nachbarschaft/ Community; des mittleren Bereichs der Region als Rahmen für soziale und wirtschaftliche Optionen und Begrenzungen; und des Makrobereichs der staatlichen, politisch-territorial begrenzten Strukturen. Die TSS beinhalten Empirie, differenzierte Beschreibung und Analyse von sozialen Gruppen eher als von "Nationen" und "Bevölkerungen". Sie betonen, dass agency, kulturelles Schaffen, materielle Produktion und Mentalitäten nicht notwendig an politischen Grenzen oder anderen Begrenzungen beginnen oder enden, aber sie überschreiten teilende Grenzziehungen, um neue, komplexe Ganzheiten aus verschiedensten internen, externen oder anderen kulturellen Expressionen zu formen.

    Transcultural Societal Studies begin from a comprehensive non-hierarchical concept of culture that includes everyday practices as much as particular artifacts, historical structures, institutions, and expressions in the arts. Transculturalism denotes the capability to live and act in two or more different cultural spaces and, in the process, to create mixed or overlapping spaces and lifeways ("métissage"). To overcome the dichotomy of Cultural Studies, sometimes jargon-laden, and Societal Studies, sometimes statistics-centered, Transcultural Societal Studies (TSS) integrate the analysis of institutions and structures (data-based social sciences), of representations and self-images (discourse-based sciences or humanities), and of practices (habitus sciences). TSS are aware of multiple and possibly conflicting conventions of denoting time and place / space. They understand human beings' identifications (rather than identities) as developing in three layered spaces, the lived and experienced micro-space of family and neighborhood / community, the meso-level of region as frame for social and economic options or constraints, and the macro-level of political-territorial bordered state-wide structures. TSS empirically denote, describe, and analyze differentiated social groups rather than "nations" or "populations." They emphasize that agency, cultural creation, material production, and mentalities do not necessarily begin or end at political borders or other boundaries but transcend dividing lines to form new, complex wholes out of multiple internal, external, or other cultural expressions.
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    Götz Aly
    Antworten auf meine Kritiker Im letzten Heft dieser Zeitschrift (Heft 3, 2005) haben sich in einem Diskussionsforum zur Historischen Faschismusanalyse mehrere Autorinnen und Autoren mit "Hitlers Volksstaat" auseinandergesetzt. Wir haben Götz Aly deshalb die Möglichkeit gegeben, seinen Kritikern zu antworten. In seiner Replik geht er zum Teil auf diese Einwände ein, aber auch auf Kritiken, die an anderen Orten erschienen sind, und setzt sich mit den seiner Meinung nach wichtigsten Einwänden auseinander. Dazu gehören die Frage nach der Legitimität und Notwendigkeit wechselnder historischer Perspektiven, die Kritik an seinen wirtschaftsstatistischen Ausführungen, die seiner Meinung nach nicht zur Analyse der politisch-militärischen Dynamik der nationalsozialistischen Herrschaft taugt, und weiteren Fehlurteilen, denen seiner Meinung nach einige der Kritiker aufgesessen seien. Insgesamt kommt Götz Aly in seiner Replik zum Schluss, dass die Kritiken insgesamt gesehen nur winzige redaktionelle Korrekturen an dem Buch erforderlich machten.

    In the last issue of this journal (3, 2005), in the discussion forum on the historical analysis of fascism, several authors disputed "Hitlers Volksstaat". We have therefore offered Götz Aly the opportunity to respond to his critics. In his reply, he addresses the objections but also those criticisms, which have surfaced in other places and tackles the, in his opinion, most important objections. Included are the issue of legitimacy and necessity of changing historical perspectives, the criticism of his economic statistical models, which in his opinion are useless in the analysis of the political-military dynamic of the national socialist rule, and other misjudgments, which in his opinion some of his critics have fallen for. Götz Aly concludes that overall the criticisms demand merely minor editorial corrections of his book.
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