Spanischer Bürgerkrieg. Eine Spurensuche (8. Mai bis 18. Juni 2019)

Ausstellung von Klaus Hammer und Jörg Wollenberg zur Erinnerung an das Ende des Spanischen Bürgerkriegs vor 80 Jahren

Ausstellung vom 8. Mai bis 18. Juni 2019 in der Galerie im Bamberger, Bremer Volkshochschule, Faulenstraße 69, 28195 Bremen.

Eröffnung am Mittwoch, 8.Mai 2019 um 19 Uhr in der Galerie im Bamberger mit dem Schauspieler Rolf Becker und Prof. Dr. Jörg Wollenberg: Spanien war ihre Hoffnung! Aber die Niederlage der Spanischen Republik eröffnete Hitler vor 80 Jahren eine Probebühne für den Zweiten Weltkrieg.

Weitere Veranstaltungen mit Führungen durch die Ausstellung von Jörg Wollenberg und Gerald Schneider

Dienstag, 21 Mai, 19 Uhr
„Der Schützengraben als Volkshochschule“. Zur Schul- und Bildungsreform im Spanischen Bürgerkrieg.

Dienstag: 4. Juni, 19 Uhr:
Vom „Fluch der Zersplitterung“ zur „Flucht in den Krieg“ - Willy Brandt und die Familie Mann mit Ernst Toller als Zeitzeugen des Spanischen Bürgerkriegs

Dienstag, 18. Juni, 19 Uhr:
Finissage der Ausstellung: „Guernica buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht“

Veranstaltungsdetails:

Spanischer Bürgerkrieg. Eine Spurensuche


Ausstellung von Klaus Hammer und Jörg Wollenberg zur Erinnerung an das Ende des Spanischen Bürgerkriegs vor 80 Jahren


„Wir deutschen Antifaschisten gingen 1936 nach Spanien nicht als Söldner, nicht als Legionäre, sondern wie wir immer sagten, schrieben und sangen, als Alibi des anderen Deutschland. Der Kampf gegen Franco war für uns alle zugleich ein Kampf gegen Hitler, und damit für Freiheit und Menschenrechte." So der deutsche Schriftsteller Prof. Dr. Alfred Kantorowicz. Er thematisiert die Widersprüche einer zunächst solidarischen Politik für die Spanische Republik. Denn die von den westlichen Demokratien verweigerte Unterstützung führte zur Abhängigkeit der Spanischen Republik von den Waffenlieferungen der Sowjetunion. Die SU schaffte so die Voraussetzungen für das (befristete) Überleben der Republik. Aber sie nutzte zugleich den damit verbundenen Einfluss auf die Politik der Spanischen Volksfront zur Ausschaltung von Anhängern der als Trotzkisten diffamierten Mitglieder der POUM und der Anarchosyndikalisten. Eine Politik, die das linke Lager in Spanien und Europa spaltete. Gerade diese Ereignisse läuteten den „Bürgerkrieg im Bürgerkrieg" ein. Er endete mit der Niederlage der Anhänger der Spanischen Republik und eröffnete Hitler eine Probebühne für den Zweiten Weltkrieg. Wie sind diese Ereignisse und Polarisierungen zu erklären, welche Folgen zeitigen sie bis heute? Welche Lehren ziehen wir aus den Erinnerungen der Spanienkämpfer von Ludwig Renn, Waldemar Bolze, Willy Brandt, Ernst Busch oder Georges Orwell bis zu Ernst Toller und den Bremer Spanienkämpfern um Heinrich Schramm als Kommandeur des Hans Beimler Bataillons der XI. Internationalen Brigade? Ausstellung vom 8. Mai bis 18. Juni 2019 in der Galerie im Bamberger, Bremer Volkshochschule, Faulenstraße 69, 28195 Bremen.
Eröffnung am Mittwoch, 8.Mai 2019 um 19 Uhr in der Galerie im Bamberger mit dem Schauspieler Rolf Becker und Prof. Dr. Jörg Wollenberg: Spanien war ihre Hoffnung! Aber die Niederlage der Spanischen Republik eröffnete Hitler vor 80 Jahren eine Probebühne für den Zweiten Weltkrieg

 

Weitere Veranstaltungen mit Führungen durch die Ausstellung von Jörg Wollenberg und Gerald Schneider

 

Dienstag, 21 Mai, 19 Uhr


„Der Schützengraben als Volkshochschule“. Zur Schul- und Bildungsreform im Spanischen Bürgerkrieg.


Mit Beginn des Bürgerkriegs gelang es den Anhängern der Republik, eine erstaunliche Bildungsreform durchzusetzen. „Die breiten Massen der Analphabeten drängten danach lesen und schreiben zu lernen, Die jungen Soldaten verschlangen Bücher im Schützengraben. Überall entstanden prächtige kulturelle Zentren“. Das notierte die aus Deutschland ausgewiesene Gründerin der VHS Essen und Bildungsreformerin, Anna Siemsen, 1937 aus Anlass ihrer Reisen durch Spanien im Auftrag des Schweizer Arbeiterhilfswerkes. Die mobilen Einsatzgruppen der „Cultura Popular“ richteten innerhalb eines Jahres 1097 Bibliotheken ein. Die „autonome Universität Barcelona“ strahlte Funkkollegkurse aus. Vom Mai 1937 bis August 1938 fanden über eine Million Unterrichtsstunden statt. Festivals wurden organisiert, Film- und Schallplattenproduktionen (u. a. mit Ernst Busch) sorgten für die Verbreitung der Kultur auch in den Schützengräben, Fabriken und Krankenhäusern….


Dienstag: 4. Juni, 19 Uhr:


Vom „Fluch der Zersplitterung“ zur „Flucht in den Krieg“ - Willy Brandt und die Familie Mann mit Ernst Toller als Zeitzeugen des Spanischen Bürgerkriegs


Der damals 24jährige Willy Brandt hielt sich von Oslo kommend ab Februar 1937 in Barcelona auf, wo er als Verbindungsmann der SAP-Auslandsleitung den Kontakt zu den Linkssozialisten pflegte. Im Mai 1937 reiste er zurück nach Paris, um dort vor der erweiterten SAP-Partei-Leitung über die Situation im Spanischen Bürgerkrieg zu berichten. Zur selben Zeit befanden sich Erika und Klaus Mann mit Ernst Toller in Spanien und unterstützen die Aufrufe von Heinrich und Thomas Mann, der Republik zu helfen. Sie warnten davor, wegen der der blutigen Maiwoche von 1937 in Barcelona die Einheit der internationalen Arbeiterbewegung aufzukündigen.


Dienstag, 18. Juni, 19 Uhr:


Finissage der Ausstellung: „Guernica buchstäblich dem Erdboden gleichgemacht“


Das notierte der verantwortliche Generalfeldmarschall Freiherr von Richthofen am 30 April 1937 in sein Tagebuch über die Zerstörung der Stadt Guernica – von Pablo Picasso durch sein berühmtes Bild zu einem Symbol des Schreckens moderner Kriegsführung erhoben. Die Soldaten der Legion Condor wurden dafür hochgeehrt, während die deutschen „Rotspanienkämpfer“ von jeder Wiedergutmachung ausgeschlossen blieben.